Die Clara-Grunwald-Grundschule ist eine 2-zügige verlässliche Halbtagsgrundschule mit ergänzenden Betreuungsangeboten, die 1991 gegründet wurde und seit Beginn des Schuljahres 1996/97 komplett aufgebaut ist.
An unserer Schule arbeiten neben der Hausmeisterin und der Schulsekretärin ca. 300 Schülerinnen und Schüler, mehrere Sonderpädagoginnen sowie viele Lehrerinnen und Lehrer.
Erst-, Zweit- und Drittklässler beim gemeinsamen Lesen in der Leseecke
Im Rahmen eines Schulversuches ist an dieser Schule erstmalig in Berlin eine
Jahrgangsmischung innerhalb der Klassenverbände hergestellt worden. Seit 2003
ist der Schulversuch erfolgreich beendet und wir sind jetzt eine Schule
„besonderer pädagogischer Prägung“. Das Prinzip der Altersmischung
soll einen Rahmen für schulisches Lernen schaffen, in dem Schülerinnen und Schüler
nicht nur miteinander, sondern auch voneinander lernen. Dieses bezieht sich
sowohl auf die unterschiedlichen Lernbereiche und Fächer der Berliner
Grundschule, als auch auf die Entwicklung von Fähigkeiten im sozialen Bereich.
Die Arbeit in den altersgemischten Gruppen ist ein wesentlicher Bestandteil
der Montessori-Pädagogik. Die älteren Kinder lernen rücksichtsvolles und
verantwortliches Verhalten gegenüber den jüngeren , die jüngeren werden durch
das höhere Entwicklungsniveau der älteren Kinder angeregt. Gleichzeitig
erhalten die Älteren Gelegenheit, bereits Gelerntes zu wiederholen,
weiterzugeben und zu vertiefen. Jeder Klassenverband besteht aus (im Schnitt) 24
Kindern der Klassenstufen 1-3 bzw. 4-6. Jedes Kind ändert mit Beginn des neuen
Schuljahres seine Stellung innerhalb des Klassenverbandes. Es erlebt sich
jeweils ein Jahr lang als Mitglied der jüngste, der mittleren und der älteren
Gruppe der Klasse.
Unsere Arbeit findet auf der Grundlage der Montessori-Pädagogik statt.
Maria Montessori(1870-1952) war Naturwissenschaftlerin, Ärztin und Pädagogin,
die vor allem durch intensive Beobachtung lernender Kinder ein pädagogisches
Reformkonzept entwickelt hat, das für uns heute noch aktuell ist. Es ist eine
kinderfreundliche, das individuelle Leistungsvermögen unterstützende Pädagogik,
die in vielen Ländern erprobt und praktiziert wird.
Die von ihr entwickelten Materialien sollen als "Schlüssel zur
Welt" verstanden werden. Es handelt sich dabei um Materialien für die Übungen
des praktischen Lebens, für die Bereiche Mathematik und Sprache, sowie für die
kosmische Erziehung, die wir heute als Umwelterziehung bezeichnen würden.
Das Kernstück der Montessori-Pädagogik ist die Freiarbeit, die in allen
Klassen 2 Unterrichtsstunden täglich umfasst. Hier dürfen die Schülerinnen
selbständig ihre Arbeit wählen. Jede/r entscheidet auf der Grundlage des pädagogischen
Angebots, seines Interesses und seiner Fähigkeiten, was er bearbeiten will, wie
lange sie/er sich dieser Arbeit widmet, in welchem Tempo er voranschreitet, und
ob sie/er die Arbeit alleine oder kooperativ mit einer Partnerin oder einer
kleinen Gruppe durchführt.
Die Aufgabe der Lehrkräfte besteht in dieser Unterrichtsphase darin, die
Kinder in ihrem Lernen zu beobachten und Orientierungshilfen zu geben. Außerdem
zeigen sie den einzelnen Kindern den Umgang mit den besonderen
Montessori-Materialien und vermitteln darüber die Inhalte in den entsprechenden
Lernbereichen (Schwerpunkt Mathematik und Deutsch).
In einer zweiten Phase des Schulvormittags arbeiten die Kinder
projektartig zu von den Lehrerinnen vorgegebenen Themenbereichen, die die
Inhalte der Lernbereiche bzw. Fächer Sachkunde/Naturwissenschaften, Geografie,
Geschichte, politische Bildung sowie Kunst und Musik umfassen. Auch hierbei
sollen die Interessen und Fähigkeiten der Kinder besondere Berücksichtung
finden, d.h. es soll ein differenzierter Unterricht stattfinden, und die im
Rahmenplan vorgegebenen Themen sollen ausführlich und fächerübergreifend
bearbeitet werden können.
Darüber hinaus finden Sportunterricht mit der jahrgangsgemischten Klasse
sowie naturwissenschaftlicher-, Schwimm- und Englischunterricht in
jahrgangsgleichen Gruppen mit Kindern aus jeweils 3 Klassen statt.
Die Klassenräume der Schule sind so gestaltet, dass sich möglichst
jedes Kind wohlfühlen kann (Pflanzen, Aquarien, gemütliche Sitz- und
Leseecke). Die Materialien sind übersichtlich in offenen Regalen angeordnet, so
dass sie für jedes Kind erreichbar sind und auch wieder selbständig weggeräumt
werden können. Sie sind nach Lernbereichen geordnet und ermöglichen bzw.,
erleichtern den Kindern die selbständige Bearbeitung der Lerngegenstände. Es
werden nicht nur spezielle Montessori-Materialien, sondern auch andere
Freiarbeitsmaterialien (käufliche und von den Lehrerinnen selbst hergestellte)
angeboten.
In den meisten unserer Klassen werden ein oder mehrere behinderte Kinder
unterrichtet (Integration). Sonderpädagogische Fördermaßnahmen finden
zum größten Teil (ebenso wie die ‚“normalen“ Förderstunden) im Rahmen
des gemeinsamen Unterrichts statt. Die Sonderpädagoginnen arbeiteten in den
Klassen also mit behinderten und nichtbehinderten Kindern.
In Bezug auf die zu erarbeitenden Lerninhalte gilt auch an unserer Schule der
Rahmenlehrplan für die Berliner Schule. Auch Klassenarbeiten müssen in der in
Berlin üblichen Anzahl geschrieben werden.
In den Klassenstufen 1-4 erhalten die Kinder keine Noten, sondern Zeugnisse
mit verbaler Beurteilung. Die Halbjahreszeugnisse in den Klassen 3 und 4
werden ersetzt durch verbindliche Gespräche mit den Erziehungsberechtigten, über
die ein Gesprächsvermerk erstellt wird. In den Klassenstufen 5 und 6 erhalten
die Schüler/-innen 2x jährlich ein Notenzeugnis. Dies wird ergänzt durch ein
verbindliches Gespräch mit den Erziehungsberechtigten.
Wir wissen, dass erfolgreiche Unterrichts- und Erziehungsarbeit in der Schule
nur stattfinden kann, wenn alle Beteiligten dies als ein gemeinsames Anliegen
verstehen. Um dies zu unterstützen und zu fördern, bemühen wir uns nicht nur
um große Offenheit (auch der Klassenzimmertüren) sondern versuchen außerdem,
wichtige Entscheidungen immer gemeinsam mit den Betroffenen vorzubereiten. So
haben z.B. die Kinder die Inhalte unserer Schulordnung zusammengetragen, die
dann von den Lehrern und Eltern formuliert wurde.
In den Klassen findet regelmäßig ein Gesprächskreis statt, in dem u.a. alle für
das Zusammenleben in der Klasse erforderlichen Dinge besprochen werden.
| Alle Klassen entsenden 2 Mitglieder in das in unregelmäßigen Abständen tagende Kinderparlament. Dort haben die wechselnden Vertreter Gelegenheit, Themen zu diskutieren, die auf der Grundlage von Anfragen aus den Klassen vorher bekannt gegeben werden und die die Schule als Ganzes betreffen. |
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